Xterra Portugal - Mein erstes Rennen als Profi

Als ich am Donnerstag in Golega ankam, ging gerade die Sonne auf. Nach kurzer Überlegung, ob es nicht sinnvoller wäre, den Tag am Strand zu verbringen, entschied ich mich doch für das Testen der Radstrecke. Mit der Hoffnung eine Begleitung zu finden, fuhr ich mal zum Startbereich. Nach einigen Unklarheiten über den Streckenverlauf fand ich mit Luise und Gonzalo zwei super nette Mitfahrer, die sich auch gerade auf den Weg machen wollten.

Das schätze ich an den Xterra-Rennen. Man fühlt sich als Teil einer Familie und lernt bei jedem Rennen neue und interessante Leute kennen.

Die Radstrecke hielt Ihre speziellen Herausforderungen bereit. Eine An- und Abfahrt von ca. 6 Km verband uns mit dem sandigen, steinigen Hauptteil der Strecke, der mit vielen Trails gespickt war. Hierbei noch ein riesen Lob an die Organisatoren, die trotz Hochwasser, das die Radstrecke noch vor gut einer Woche unfahrbar gemacht hätte, einen genialen Radkurs auf die Beine gestellt haben.

Nachdem wir mit dem Rad auch mal bis zum Lenker durchs  Wasser gefahren waren, ging es dann zurück zum Startbereich. Leider hatte ich mir bei einer Unachtsamkeit den linken Zeigefinger soweit zerstört, dass ich zum bremsen den Mittelfinger benutzen musste.

Danach hieß es Beine hochlegen. Freitag ging es abends nur kurz ins Wasser und anschließend zum Wettkampf-Briefing.

Am Wettkampftag stellte sich leider heraus, dass die portugiesische Sonne vom Vortag nicht ausgereicht hatte, um die Wassertemperatur über die Neoverbotsgrenze zu heben. Damit werde ich den Neo wohl nie mehr auf Verdacht zuhause lassen, nur weil es in Portugal ja eigentlich warm genug sein sollte. 

Nur mit Speedsuit bewaffnet fand ich mich also zwischen lauter Menschen im Neo wieder, aber naja, kein Triathlon wird im Schwimmen gewonnen. So kam ich mit etwas über einer Minute Abstand zur Spitzengruppe aus dem Wasser. Auf dem Rad lief es dann deutlich besser und ich konnte zusammen mit Ruben im Flachen den Anschluss zu den Top 10 finden. Auf der, für einen Deutschen, technisch mehr als ungewöhlichen Strecke kam ich dann aber leider mit dem rutschigen Untergrund nicht zurecht und mir unterliefen einige Fahrfehler. Auf dem Rückweg lief es dann besser und wir konnten mit einer Dreiergruppe gut zusammenarbeiten. Der anschließende Lauf war lang und trotz flachem Profil ungeheuer hart. Ein Feld folgte dem nächsten, es ging durch einen Orangenhain und, unnötigerweise wie ich finde, durch tiefen Matsch, bevor die letzten Kilometer durch die schöne Stadt Golega Richtung Ziel führten.

 

Mit einem siebten Platz bin ich sehr zufrieden und hoffe, dass sich meine Leistung so weiterentwickelt. In drei Wochen geht es dann zum nächsten Xterra nach Belgien, hier warten ordentlich Höhenmeter auf zum Glück griffigerem Untergrund.

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Kommentare: 1
  • #1

    Michael (Donnerstag, 26 Mai 2016 14:25)

    Herzlichen Glückwunsch zum ersten TOP 10 Platz bei den Profis und alles Gute für die weitere Saison